Blicke der Veränderung

Aenne Burghardt

Menschen kommen und bekommen Raum zur Selbstdarstellung. Manche lassen sich locken, verführen, andere probieren sich aus, erfinden sich neu. Jeder zeigt nur so viel von sich, wie er wirklich möchte. Was passiert, wenn Lebensentwürfe obsolet werden, Ordnungsmuster in Frage gestellt sind, emotionale Elastizität gefordert wird? Die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in Frage zu stellen, stellen zu lassen, kann schnell zum Thema werden. Vorstellungen zwischen Wirklichkeit und Traum, Möglichem und Unmöglichem, Trugbildern und Realem spannen ein Netz von Sein, Hoffnung und Veränderung. (Un-)sichtbare Grenzen tun sich auf – diese sind zu wahren, als Schutz vor der entblößenden Kraft der Kamera und dem voyeuristischen Zeitgeist. Porträts sind Ausdruck ihrer Zeit. Die Gegenwart aber ist unruhig, unsicher und unübersichtlich. Im spielerischen Miteinander und bei der Auswahl verdeckender oder schmückender Accessoires kommt es oft auch zur Begegnung mit Unerwartetem. Rätselhaft-hintergründige und geistreich-ironische Blickerfindungen ergeben sich scheinbar wie von selbst.